22 – Melodien von politischen Liedern vor und in den Bündner Wirren (MoH 15)

Ein wesentlicher Aspekt der Propaganda vor und in den Bündner Wirren waren Gedichte, von denen man sich eine grosse Zirkulation erhoffte. Viele zeigen Liedform, also Strophen, und wurden wenn möglich sogar gedruckt: in sogenannten Liedflugschriften. Die Reformierten waren hierin deutlich aktiver als die Katholiken. Die Strophenform wurde dabei immer so gewählt, dass das neue Lied zur Melodie eines bekannten Liedes (das oft auch inhaltlich passte) gesungen werden konnte. Diese wurde auf dem Titelblatt angegeben. Aber wie klang dies jeweils? Und sind diese Melodien heute noch bekannt?

Dieser Frage geht der MoH 15 nach, und die Antwort lautet für die untersuchten Bündner Lieder «ja». Ich habe die betreffenden Melodien gleich auch «hörbar» gemacht: Im Dokument finden sich Links zu mp3-Dateien (mit dem Open-source-Programm MuseScore 4 erstellt), die unten auf der hiesigen Seite «deponiert» sind. Viel Vergnügen beim Lesen und Hören!

(Rekonstruierte) Melodie der Burgfräuleinromanze «Fröhlich so will ich singen mit Lust ein’ Tageweis’», ca. 1500:

Melodie (und anonymer vierstimmiger Satz) des Liedes «Wilhelmus von Nassau» aus einer Liedflugschrift von 1607:

Melodie (und vierstimmiger Satz von Arnold de Bruck) des Liedes «Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn» von 1534:

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