23 – Töntzli Galpatramer (MoH 16)

Dass die sog. Nordostwalser (Davos, Schanfigg und Prättigau) aus dem unteren Deutschwallis, die sog. Südwestwalser (Bündner Oberland, Rheinwald und Averstal) aber aus dem Goms stammen müssen, ist vor allem seit der genaueren Untersuchung der dialektalen Differenzen, v.a. dem geschlossenen freegä gegenüber offenem fräägä, so gut wie bewiesen (dazu habe ich einmal einen leicht lesbaren Aufsatz geschrieben). Trotzdem ist jedes gute Argument weiterhin willkommen. Zu unserem Schalbet (Blog Nr. 19) kommt hier noch ein weiteres, das fast zu schön ist, um wahr zu sein: Ein Familienname, der direkt aus dem Namen eines Dorfes im Mattertal gebildet ist. Den Namen hat zwar schon Erhard Branger 1905 richtig interpretiert, welch wichtiges und schlagkräftiges Argument dieser Beleg hergibt, hat aber, soviel ich weiss, noch niemand betont.

Auch sonst bietet die Urkunde, in der dieser Name vorkommt, viel Interessantes. Sie ist m.W. noch gar nie vollständig transkribiert worden. Die Szene spielt im Jahr 1458 in Frauenkirch (Sibelmatta) und dem zur selben Kirchhöre gehörenden Tal Sertig.

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