Nun hat’s die 19. Ausgabe des Monsteiner Hermes sogar noch vor der 18. aufs Web geschafft! Für die Nr. 18, über die Kirchenuhr von Davos Glaris, möchte ich vorher noch ein paar Informationen einholen. Die Nr. 19 aber, am Morgen des 31. Juli verschickt, hat mir eine kritische Antwort eines Fachmannes eingebracht, die mich zu vertieften Recherchen angetrieben hat. Und das Resultat hat es in sich!
Anstatt das ganze Dokument mit diesem ungeplanten Anhang I (und dem angekündigten Anhang II) nochmals an die Mailing-List zu verschicken, lade ich es gleich hier auf, benachrichtige meine treuen Freundinnen und Freunde von Tafaas (die immer zahlreicher werden) aber natürlich trotzdem kurz per Mail.
Die Bündner Reformation war wegen der grossen Unabhängigkeit der einzelnen Gemeinden etwas ganz Besonderes. Toleranz wurde grossgeschrieben – auch wenn sie nicht immer wie vorgesehen gelang (vor allem hundert Jahre später in den Bündner Wirren, s. MoH 7–9, 12 und 15), wobei es, wie bei allen religiösen Konflikten, viel mehr um Geld und Macht als um die religiösen Inhalte ging.
Um das Thema haben sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte aber auch «Mythen» gebildet. Einen von diesen, wohl den wichtigsten, das erste Halbjahr 1526 betreffend, muss ich, so leid es mir tut, in dieser Ausgabe mit dem erwähnten Anhang «zertrümmern». Damit macht man sich immer bei einigen Leuten unbeliebt. Aber bei reiflicher Überlegung ist der Verzicht auf diesen Mythos halb so bitter: Der Fortschrittlichkeit und genialen Pragmatik der spezifisch bündnerischen Lösung für ein möglichst friedvolles Zusammenleben von Katholiken und Protestanten teilweise auf engstem Raum tut dies nämlich keinen Abbruch.
Ich wünsche eine erbauliche Lektüre!

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